Bewerben mit LaTeX: Vorwort zu einer Artikelserie

Auf dem Markt tummeln sich viele, die genau zu wissen glauben, was richtig und falsch ist wenn es um Bewerbungsschreiben geht – oder zumindest erwecken sie diesen Eindruck. Ich möchte mich aus diesem Diskurs heraushalten.

Allerdings zeigen die Suchbegriffe meiner Blogbesucher, dass ein gewisses Interesse daran besteht, LaTeX auch außerhalb universitärer Projekte zu verwenden. Die Artikel zum Thema »Bewerben mit LaTeX« erfreuen sich in meinem Privatblog konstanter Beliebtheit. Daher habe ich die Gelegenheit des TeXt ex machina-Relaunches genutzt, um die mittlerweile fünf Jahre alten Artikel ein wenig zu überarbeiten, meinen gewachsenen Kenntnissen anzupassen und den Code etwas besser zu dokumentieren, kommentieren und funktionaler zu gestalten.

Ich hoffe Informationssuchende finden in den Artikeln hilfreiche Beispiele und Ideen zur Gestaltung der eigenen Bewerbungsdokumente. Es soll an dieser Stelle darum gehen, evtl. schon bekannte Vorzüge von LaTeX auch im Bewerbungsverfahren zu nutzen um mit Typographie und dem etwas »anderen« Aussehen der Papiere auf sich aufmerksam zu machen und sich so evtl. von der Masse an Lebensläufen aus Wordvorlagen und anderen Textverarbeitungen abzuheben.

Vorworte, oder: Was es hier nicht zu lesen gibt

Ich möchte an dieser Stelle weder diskutieren noch empfehlen, wie eine Bewerbung inhaltlich ausgestaltet sein sollte, muss oder werden kann. Auch soll nicht erläutertet werden, was das gewisse »Etwas« einer erfolgreichen Bewerbung ausmacht.

In dieser Reihe gibt es keine Erfolgsversprechen, die über die Dokumenterstellung hinausweisen. Ich bin weder eine Kennerin der Szene, noch glaube ich, dass es für solcherlei Dinge – abgesehen von einigen Grundsätzlichkeiten sowie sprach- und kulturraumspezifischen Anpassungen – ein Patentrezept gibt. Für Anmerkungen, Kritik oder Ergänzungen bin ich – wie immer – dankbar!

Vorannahmen & Erwartungen

Wie es sich für ein Tutorial gehört hier einige Informationen zum Ausgangspunkt des Unternehmens »Lebenslauf mit LaTeX«. Ich setze voraus, dass

  • Dir eine lauffähige LaTeX-Distribution zur Verfügung steht. Was LaTeX ist, wo Du es her bekommst und wie Du es installierst (d.h. lauffähig bekommst), verraten andere Beiträge und Quellen.
  • Du weißt, wie Du ein Paket in ein LaTeX-Dokument einbindest, neue Pakete installierst und auch in Deine bestehende LaTeX-Installation einpflegst.
  • Du neben den LaTeX-Grundlagen (bspw. Unterschiede zwischen Dokumentklasse, Style-Datei und Paketen) auch schon mit der Technik des Dokumentsetzens vertraut bist.

D.h. an dieser Stelle erwarten Dich keine

  • allgemeinen Infos oder Installationshilfen (zu LaTeX, Texteditoren, usw.);
  • inhaltlichen Bewerbungsratschläge oder Erfolgsgarantien;
  • Instant-Lösungen für jedes Problem oder jede Bewerbung.

Ziel des Beitrags soll es sein, dass Du am Ende einen einfachen Lebenslauf setzen und an Deine Bedürfnisse anpassen kannst.

Außerdem werde ich ein Beispiel für einen Lebenslauf nach anglo-amerikanischem Modell erarbeiten. Meine LaTeX-Distribution ist die aktuelle MacTeX-Version 2010 2011. Als Editor ist TeXShop im Einsatz. Alle Beispiele sollten mit marginalen Anpassungen auch auf anderen Systemen funktionieren.

Lebenslauf – von Klassen, Styles, Paketen und der Qual der Wahl

Soweit ich das bisher ausprobiert habe und überblicke, gibt es momentan – neben dem kompletten Selbststricken – sechs Möglichkeiten, den eigenen Lebenslauf mit LaTeX und entsprechenden Paketen, Klassen und / oder Styles zu realisieren:

  1. das currvita-Paket von Axel Reichert für einen (einfachen) tabellarischen Lebenslauf,
  2. die CurVe-Klasse von Didier Verna mit vielen Anpassungsmöglichkeiten und Gestaltungsspielräumen,
  3. das CV-Style von Antonio Pereira & Marcou Gilles,
  4. die moderncv-Klasse von Xavier Danaux,
  5. das cv-Paket von Philip Maier, sowie
  6. die inoffizielle europeCV-Klasse von Nicola Vitacolonna.

Ich persönlich habe das currvita-Paket und die CurVe-Klasse getestet.

Je nach Bewerbungsanlass (Führungsposition in Chefetage vs. Kaffeekocher und Kopiermädchen PraktikantIn) hat man andere Bedürfnisse und Anforderungen den Lebenslauf betreffend. Jedes der Pakete hat Stärken und Schwächen. Ich habe in den letzten Jahren besonders häufig mit der CurVe-Klasse gearbeitet, welche zumindest für meine Einsatzzwecke keine Wünsche offengelassen hat.

Damit es übersichtlich bleibt, gibt es für jede Variante einen eigenen Beitrag. Bei solchen Themen arbeitet man gern mit lauffähigen Vorlagen um sofort loslegen zu können. Daher gibt es zu jedem Beispiel zumindest ein lauffähiges Grundgerüst zum Download. Die Open Clip Art Library sammelt zahlreiche, frei verfügbare Vektorgraphiken. So auch unser Model Tux, das sich freundlicher Weise für die Beispielfotos in den Bewerbungen zur Verfügung gestellt hat.

Die Einzelartikel

Details & meta

Mon, 28/03/2011 - 21:19